Gedichte
Du fehlst mir

Schön war unser gemeinsames Leben, in Anbetracht
all der Höhen und Tiefen.

Schön war die uns verbliebene Zeit, haben viel gelacht
trotz manchem Tränen vergießen.

Schön waren all die Stunden des Glücks, vor allem
auch in schweren Tagen.

Schön war unsere große Liebe, im Fallen
sich lassen, auf Händen getragen.

Schön wär` sie gewesen, die ferne Zukunft, um so mehr
drückt mich die Sehnsucht, du fehlst mir so sehr.

Sylke Lambert

Herzensstern

Mein liebster Mensch auf naher Erde,
das ewig treu mich liebende Wesen,
mein steter Begleiter des irdisch Lebens
in vielen Lagen mein Hüter gewesen.
Der helle Engel, der nimmer vergebens
an meiner Seite verharrte, mein Seelengefährte.

Nun bist du fort, in Schöpfers Händen so fern,
auf Wanderschaft zum Ursprung zurück als Lebensstaub.
Schon hungert dein Lächeln, wie seidig leise,
schon dursten meine Tränen, so schmerzend laut,
und dennoch verbleibst du auf unsere eigen Weise
in ewiger Liebe und aller Unendlichkeit – mein Herzensstern.

Sylke Lambert

Wert und wertlos

Welche Erfüllung bringt mir das Satt sein
Habe ich vorab nicht erfahren was Hunger ist.

Welche Erquickung bedeutet mir das Wasser
Habe ich vorab niemals Durst erlitten.

Welche Sicherheit birgt mir das Licht
Habe ich mich vorab nie im Dunkeln gefürchtet.

Welche Behaglichkeit schenkt mir die Wärme
Habe ich vorab nicht in der Kälte gefroren.

Welche Wohllust kann mir durch Freude wiederfahren
Habe ich vorab keine Tränen aus Trauer vergossen.

Welches Lächeln kann mich vor Glück überraschen
Habe ich vorab niemals Pech durchlebt.

Welche Geburt kann ich bei Anbruch des Tages genießen
Habe ich nie das Hereinbrechen der Nacht gesehen.

Welchen Sinn kann ich in meinem Leben erkennen
Habe ich nie jemals die Gewissheit über den sicheren Tod besessen.

Sylke Lambert

... dann und dennoch

… und dann kam er,

der Engel als Bote und umarmte
mit seinen sanften Flügelfedern den meinen Schatz.
Er lockte ihn fort aus seinem irdischen Lebensplatz,
welcher ihm manches Schicksal widerkehrend narrte.

Mein Stück meiner selbst, mein Geliebter,
vergebens, ich sehe dich nie wieder.

… und dann ging er,

der Engel als diebische Elster und verschwand,
ihn, meinem schreiendem Herzchen so grausam entrissen.
So wandelt er himmlisch nun neue Wege in geistigem Wissen,
dass die Tore der Seelen auf ewig vereint durch ihr Freundschaftsband.

Mein Stück meiner selbst, mein Geliebter,
vergebens, ich sehe dich nie wieder.

… und dennoch bist du immer dar.

Sylke Lambert

von überall und nirgendwo

irgendwo kommt es her, dahingejagt
durch eigen Pulsschlag, Takt seiner selbst. Beklagt
verirrt es sich, im Licht des Windes,
Wege unbekannt, oft verrannt im Chaos des Kindes.
Stolpert zuweilen in neue Ziele – es waren viele –
ist dennoch nicht gestrandet, versandet lediglich der Geist in Liebe,
und landet letztendlich am Bestimmungsort. Hinfort
des Zweiflers Hiebe im Schutz des Anderen, Zufluchtsort.
Kurz geblieben nur der Augenblick, geschickt
in neue Zeiten, bei weitem nicht verloren, erblickt
die Seele ihren Platz im Herzen. Ein Schatz unbezahlbar,
weil das, was gegangen, dies ganz Besondere war.

Sylke Lambert

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